Hier melde ich mich endlich mal wieder nach längerer Urlaubs- und danach Post-Urlaubs-Bloggertief wieder.
Nun ist es also endlich fertig, mein erstes Kleid aus nicht elastischen Stoffen. Und wie soll ich sagen, es war ein steiniger Weg, aber wie es nunmal oft mit solchen Wegen ist: hinterher wird man dann doch irgendwie für die Strapazen und Mühen belohnt. Und weil das ganze eine laaange Geschichte ist, gibts für alle eiligen MMM-Gucker schon mal vorab ein Bild (weitere dann unten)
Alles fing an, dass ich für ein kleines Sommeroutfit-Sew-Along nach einem Schnitt suchte. Da fiel mir ein, dass mir ein Kleid im Stoff und Stil-Katalog seinerzeit so gut gefallen hat, dass ich mir den Schnitt und auch gleich den Beispielstoff bestellt habe:
Stoff&Stil Nr 23006.
Alle, die es interessiert finden die Originalabbildung
HIER
Ich packte also frohen Mutes meinen Schnitt aus und las. Tja, gelesen vielleicht, verstehen...nada. Die beliegende Anleitung war leider nur auf Dänisch, Niederländisch und Schwedisch. Hm. Gerade da hatte ich aber im Unterricht gefehlt und auch meine kläglichen Übersetzungsversuche (3 Sprachen simultan auf deutsch) wollten nicht so richtig gelingen. Aber man muss sich ja nur zu helfen wissen. Mein Hilferuf Richtung Stoff und Stil wurde sogleich mit einer deutschen Anleitung geahndet. Super.
Also legte ich los und machte auch gleich den ersten Fehler: Ich hatte mich irgendwie mit den Passzeichen der aufgesetzten Taschen verhauen, ein Fehler, der mir aber erst viel später auffallen sollte. Das Schnittmuster sieht ausserdem eine verdeckte Knopfleiste vor, allerdings wollte sich mir die Vorgehensweise TROTZ deutscher Übersetzung nicht erschließen. Und eigentlich fand ich einen Reißverschluss auch schöner. Und ich hatte doch am nächsten Tag meinen allerersten Nähkurs (eher ein nettes, munteres Zusammensitzen mit einer Schneiderin). Und so hörte ich in meinem Kopf ganz deutlich die melodramatische Melodie, während ich mit stolzgeschwellter Brust Richtung Horizont blickte und wusste: die Zeit für meinen ersten nahtverdeckten Reißverschluss war gekommen. So!
Die Reißverschlus-Sache war (nachdem ich den dafür vorgesehenen Original-Janome-Fuß gegen die etwas improvisiert anmutende Plastik-Variante getauscht hatte) wesentlich einfacher als erwartet und ich muss an dieser Stelle mal unverschämt selbstsicher feststellen: Der ist mir wirklich richtig gut gelungen.
Aber dann nahm das Unheil seinen Lauf: Ich nähte das Kleid soweit fertig: schwerer Fehler am Wassergraben: meine Jerseykleider habe ich wenn überhaupt erst nachträglich noch etwas anpassen können - so dachte ich mir, das vorläufige Heften einfach sparen zu können. Tja, die Anprobe ergab dann eine mittelschwere Katastrophe: die Farbe ging für mich gar nicht, die Taschen saßen kurz unter der Brust, der eckige Ausschnitt stand mir nicht, das Vorderteil saß wie ein Sack,durch das Einfassen durch den Original-Cord wie beim Stoff und Stil-Beispiel hatte sich der hintere Ausschnitt gedehnt und stand ca 5cm ab. Waaaaaaahhhhh (nachträglich ärgere ich mich, dass ich kein Foto gemacht habe).
Ich ergriff die einzig mögliche Konsequenz: ich warf das Kleid schmollend für die nächsten 6 Wochen in die Ecke und verfluchte die Welt. Strafe muss schließlich sein! Und als ich letzte Woche böse in die Ecke sah, lag es immernoch da. Mit dem ganzen aufgestauten Ärger zwischen uns. Mir wurde klar: Wenn ich jetzt nicht den ersten Schritt gehe, dann werden wir nie wieder Freunde. Der Klügere gibt nach und so.
Also habe ich kurzerhand den Ausschnitt rund geschnitten und mit dunkelrotem Schrägband eingefasst. Damit wird das beige-auf-weißer-Haut deutlich abgemildert, das hätte ich so wirklich nicht erwartet. Das Schrägband läuft weiter nach hinten, so dass ich den Ausschnitt hinten gut einhalten konnte. Unter die Brust kamen noch zusätzliche (und seeeeeehr tiefe) Abnäher, so dass ich tatsächlich wieder eine Figur habe. Die Taschen nach unten zu versetzen war dann noch die Ehrenrunde. Und so ganz langsam entspannen sich dann doch zarte Bande zwischen uns, das Kleid wurde dann bei der Anprobe mit Leggings drunter sogar anhänglich, so dass es gleich noch ein Futter bekam (wird wohl in Zukunft dann zum Standart hier werden - mehr Arbeit, die sich aber wirklich lohnt).
Irgendwann kommt auf die Passe vorne noch ein Knopf, da hat sich aber noch nicht der passende gefunden. Ideen?
Tja und was soll ich sagen, nun stehen wir hier und ich denke, dass unsere gemeinsame Näherei wohl nicht die letze gemeinsam verlebte Zeit wird. Vielleicht kein Lieblingsteil, aber sicher auch kein ungeliebtes mehr.
Hüpfefoto wie immer:
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| Naja, ein bisschen Bräune könnte halt doch nicht schaden... |
Ob die anderen Damen ähnliche On-Off-Beziehungen erlebt haben findet ihr wie immer auf dem
Me Made Mittwoch-Blog.
Es grüßt ganz lieb
Das Frollein